Low Carb – Ja? oder Nein?

Die Bezeichnung low carb kommt aus dem Englischen und heißt soviel wie
low=niedrige
carb(ohydrates)=Kohlenhydrate.

Soll man Kohlenhydrate essen?

Es gibt keinen guten Grund auf Kohlenhydrate zu verzichten.
Sie geben uns Energie.
Unser Gehirn braucht Kohlenhydrate zum Arbeiten,
sie schmecken süß und machen glücklich.

In den verschiedenen Low-carb-Diätformen wird auf niedrige Kohlenhydrate wie
Einfach- und Zweifach-Zucker verzichtet.

Was ein eindeutiges JA zu dieser Ernährungsform bedeutet.

Wichtig für die Diät ist, wie sich ein Kohlenhydrat auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.
Der zweifelhafte Glykämische Index bzw. die Glykämische Last sind dabei ausschlaggebend.

Was sind Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind Saccharide.
Man unterscheidet zwischen
wasserlöslichen Zuckerformen und
nicht wasserlöslicher Stärke oder Zellulose.
Hier gibt es

  • Einfachzucker=Monosaccharide
    wie Traubenzucker=Glucose oder Fruchtzucker=Fructose.
    Sie sind in Obst, Honig und Süßigkeiten enthalten.

  • Zweifachzucker=Disaccharide
    z.B. Kristallzucker, Milchzucker oder Malzzucker,
    der in keimendem Getreide zu finden ist.

  • Mehrfachzucker=Oligosaccharide
    z.B. die Raffinose in Hülsenfrüchten oder Kürbisgewächsen.

  • Zu den Vielfachzuckern=Polysacchariden
    zählen Stärke in Pflanzen und
    das Glykogen, die tierische Stärke,
    die bei uns Menschen in der Leber gespeichert wird.

 

Das Problem ist,
dass wir seit ca. 200 Jahren
viel zu wenig natürliche, gewachsene, komplexe Kohlenhydrate essen.
Stattdessen stopfen wir synthetischen Zucker,
Softdrinks, Smoothies,
Schoki, Marmelade, Speiseeis,
Toast, Ketchup,
Milchprodukte, Sekt und
viele andere Süßigkeiten in unseren Körper.

Der Blutzuckerspiegel ist ständig erhöht.
Das führt zu einer starken Ausschüttung von Insulin.
In weiterer Folge kann es zur Insulinresistenz
und im schlimmsten Fall zu einer Diabetes Typ 2 kommen.

Komplexe Kohlenhydrate, das heißt Mehrfach-Zucker z.B. in Form von Stärke,
gepaart mit Ballaststoffen verdaut der Körper im Vergleich zu niedrigem Zucker viel
langsamer und die Glukose gelangt kontinuierlich ins Blut.

Wichtig ist also die Art der Kohlenhydrate, die wir essen.
Die Betonung liegt auf essen.
Denn die Verdauung beginnt im Mund.
Indem wir gut kauen und die Nahrung mit Speichel vermischen,
können die Kohlenhydrate aufgespalten werden.

Wenn man einen Smoothie
mit ungekochtem Getriede und Gemüse trinkt,
findet die Verdauung nur eingeschränkt statt.

JA zu Low-Carb, wenn es heißt, wenig Zucker und Zuckerersatz
bzw. weniger Obst zu essen.

NEIN zu Low-Carb, weil
bei dieser Diät
zu viel Fleisch und Milchprodukte gegessen werden,
was das Herzinfarktrisiko
vor allem bei Frauen in der Menopause drastisch erhöht.

Siehe: http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.601.4648&rep=rep1&type=pdf

Wer abnehmen möchte,
sollte vor allem abends balaststoffreiche Kohlenhydrate
mit Eiweiß und etwas hochwertigem Fett zu sich nehmen.
Am besten bevor die sogenannte Negativ Zeit des Magens beginnt.
Denn wenn die Verdauungsorgane nach 19 Uhr nicht mehr viel zu tun haben,
nimmt man im Schlaf noch besser ab. 😉

Gemüse,
Hülsenfrüchte und
Vollkornprodukte eignen sich hervorragend.

  • Eine Linsensuppe mit Karotten und frischen Kräutern,
  • Nudeln – ob aus Getreide, Hülsenfrüchten oder Gemüse
    ist Geschmackssache – mit Tofu oder
  • ein nussiges Vollkornbrot mit einem schmackhaften Aufstrich
    sind ein perfektes Abendessen
    auch ohne große Mengen trierischen Eiweiß.

Männer (in den besten Jahren) sollten Soja-Produkte sparsam genießen.

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