Soll man Hirse essen?

Aus aktuellem Anlass
schreibe ich ein paar Zeilen zum Thema
„Soll man Hirse essen?“

Was ist Hirse überhaupt?
Hirse ist eines der ältesten, glutenfreien Getreide, die wir kennen.
Der Begriff Hirse kommt aus dem Indogermanischen und heißt so viel wie Sättigung und Nahrhaftigkeit.
Hirse sättigt im Allgemeinen sehr gut, obwohl sie nur wenige Kalorien hat.
Hirse ist ein guter Nährstofflieferant.
Sie enthält viel Eisen, Magnesium und Kieselsäure.
Hirse ist also gut für Haare und Nägel, bei Muskelschmerzen und vielem mehr.
Hirse ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Sorten.
Die mehr oder weniger bekanntesten sind Hiobstränen, Rispenhirse, Kolbenhirse und die Zwerghirse Tef(f).
Hirse gibt es in vielen unterschiedlichen Farben:
gold-gelb, rot-braun bis schwarz und fast weiß.

Hirsesorten

Goldhirse ist eine Rispenhirse, die bei uns im Handel erhältlich ist.
Sie kommt geschält auf den Markt und kann leider nicht gekeimt werden.
Goldhirse oder Gelbe Hirse, wie sie auch genannt wird, ist sehr vielseitig verwendbar.
Als Beilage statt Reis oder Nudeln, als Getreidelaibchen oder als süßer Frühstücksbrei.
Hirse sollte, wie alle anderen Getreide- und Pseudogetreidesorten auch, immer gut mit heißem Wasser gewaschen werden.
Noch besser ist es, die Körner einige Stunden einzuweichen oder gar zu keimen.
So können die negativen Wirkungen der sekundären Pflanzenstoffe (Tannine, Phytinsäure oder
Oxalsäure) reduziert werden.
Das heißt, Eiweiß und Stärke können gut verdaut werden
und die wertvollen Mineralstoffe, wie Eisen und Kalzium können aufgenommen werden.

Braunhirse ist eine Urform, sie kann nicht geschält werden, da die Schale mit dem Mehlkörper verbunden ist.
Das Braunhirse-Mehl liefert daher viele wichtige Nährstoffe, vor allem Silicium (=Kieselsäure).
1-2 Löffel am Tag können im allgemeinen gut verwertet werden.

In Europa wurde die Hirse ab dem 17. Jahrhundert von Weizen, Mais und Kartoffeln verdrängt.
Zum Glück wird sie seit einigen Jahrzehnten wieder angebaut.
In China wurden 8000 Jahre alte Funde gemacht.
Die Rispenhirse (Panicum miliaceum), von den Römern Milium genannt,
wurde wie die Hiobstränen zum Brotbacken oder auch für Brei verwendet.

Die Kolbenhirse ist heute nur noch als Vogelfutter bekannt.
Die italienische Hirse (Setaria italica ), wie sie auch genannt wird, wurde schon von den Römern, als Panicum in Form von Brei, gegessen.

Die Eigenschaften der Hirse werden in der 5-Elemente-Ernährung folgender Maßen klassifiziert.
In den Fachbüchern der TCM findet man zur Braun- oder Goldhirse leider keine genaue Klassifizierung.


GOLDHIRSE

  • wirkt neutral bis warm auf die Mitte
  • schmeckt süß
  • kann bei Magenhitze leicht zu Sodbrennen führen

KOLBENHIRSE (Su Mi)

  • wirkt kühlend bis kalt auf die Leitbahnen von Magen, Milz und Niere
  • schmeckt süß, salzig
  • harmonisiert die Mitte
  • stärkt Milz und Herz
  • gut bei Appetitmangel, Verdauungsstörungen, Brechreiz, Durchfall, bei Diabetes, Gallenerkrankungen.
  • Nicht essen bei Yang-Mangel von Milz und Magen

SORGHUM (Yi Yi Mi)

  • wirkt neutral auf die Leitbahnen von Dickdarm, Milz, Magen
  • schmeckt neutral
  • wärmt Milz und Magen
  • reduziert Feuchtigkeit
  • Zu empfehlen bei Bauchschmerzen oder Durchfall aufgrund von Kälte in Magen und Milz,
    also wenn man z.B. zu viel Rohkost oder Eis gegessen hat.
  • Sorghum ist auch gut bei Hauterkrankungen v.a. Ekzemen

HIOBSTRÄNE (Yi Yi Ren)

  • wirkt kühlend auf die Leitbahnen von Lunge, Milz, Magen
  • schmeckt süß
  • stärkt Milz und Magen
  • leitet Feuchtigkeit und toxischen Schleim aus, ohne die Nieren zu schädigen
  • wird zur Krebsvorsorge v.a. bei Geschwüren in Lunge und Darm eingesetzt
  • nährt und stärkt die Lunge
  • reduziert innere Hitze
  • bei Ausfluss und Ödemen, Warzen und Fußpilz
  • Nicht bei Säftemangel mit trockenem Stuhl und während der Schwangerschaft!

Hirse soll man essen!

All die wunderbaren Wirkungen der Hirse, die schon vor Jahrtausenden erkannt wurden
sind nun auch mit neuesten wissenschaftlichen Methoden erforscht.
So entdeckte man z.B. positiven Eigenschaften der sekundären Pflanzenstoffe.

Menschen, die unter Diabetes Typ 2 leiden, sollten Hirse essen, da sie den Blutzuckerspiegel reguliert.
Wenn man sich glutenfrei ernähren möchte oder muss, ist Hirse eine gute Alternative.

Eine Hirse-Kur entgiftet Geist und Körper.
Um die wertvollen Nährstoffe, wie z.B. Eisen aufnehmen zu können, ist es wichtig Hirse immer mit Gemüse oder Obst, also Vitamin C zu essen.

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