JU HU(A) endlich Sommer

Der Blutmond hat nicht nur die Dojo-Zeit zum Spätensommer eingeleitet,
er bringt auch ein paar richtig warme Tage mit sich.

Ich liebe den Altweiber-Sommer!
Alles steht in voller Pracht.
Im Garten kann täglich geerntet werden,
auch wenn viele schon keine Zucchini mehr sehen können.

Bei aller Freude über die warmen Temperaturen,
macht mir die Hitze auch ziemlich zu schaffen.

Jetzt heißt es wieder mal:

VIEL TRINKEN!

Ich habe gelernt, der Versuchung nach eiskalten Getränken aus dem Kühlschrank zu widerstehen, denn unsere Mitte braucht Wärme.
Wenn wir unserem Magen aufgrund der Hitze im Außen
viele kalte Speisen und Getränken zuführen, müssen diese erst vom Körper aufgewärmt werden d.h. auf Körpertemperatur gebracht werden.
Das ist anstrengend und verbraucht viel Energie, bringt uns zum Schwitzen und verbraucht auch noch wertvolle Körpersäfte.
Aber immer nur Wasser trinken ist langweilig.

INFUSED WATER

Unsere Körpersäfte füllen wir am besten mit kühlenden Kräutern und Lebensmitteln wieder auf.
Diese Kräuter können wir nicht nur essen sondern auch ins abgekochte Wasser geben und bei Zimmertemperatur trinken.
Ein paar Zweige Melisse oder Minze
mit frischen Beeren,
Orangen-, Zitronen oder Gurkenscheiben – und fertig ist das erfrischende Wasser.

Wenn man, so wie ich zur Zeit, viel am Computer arbeitet,
und die Augen anstrengt, darf es auch mal ein therapeutischer „Eis“-Tee sein.
Jetzt kommt JU HUA (sprich: schu hua) ins Spiel:

CHINESISCHE CHRYSANTHEMENBLÜTEN

(Flos Chrysanthemi morifolii)
sind an heißen, windigen Sommertagen sehr zu empfehlen.
Sie schmecken leicht bitter, erfrischen und entschlacken,
lindern entzündete und verklebte Augen sowie Halsschmerzen.
Bei Augenproblemen
v.a. von Menschen mit Pollenallergie, werden die Chrysanthemen mit heißem Wasser übergossen.
Die Blüten entfalten sich wie ein Schwamm und können, wenn sie etwas abgekühlt sind, auf die geplagten Augen gelegt werden.
Chrysanthemen von außen und innen helfen auch sehr gut,
wenn Babys oder kleine Kinder entzündete Augen haben.

Der Tee kann mit etwas braunem Zucker oder mit ein paar Früchten gesüßt werden.
Ich nehme gerne Datteln, Rosinen, Erd- und Himbeeren oder Drachenaugen.

Bocksdornfrüchte (=Go Qi Zi), also Goji-Beeren verstärken die Wirkung der Chrysanthemenblüten. Sie befeuchten die Augen und nähren das Blut und das Nieren-Yin.

Auch nach einer feucht-fröhlichen Grillparty helfen Ju Hua.
Sie vertreiben den Kater, leiten die Feuchtigkeit vom schweren Essen aus und regenerieren die Leber.


CHRYSANTHEMENBLÜTEN (Ju Hua)
  • wirken kühlend auf die Funktionskreise von Lunge und Leber
  • schmecken bitter-süß, scharf
  • werden bei Wind-Hitze eingesetzt
  • harmonisieren die Leber, klären die Augen
  • gut bei trockenen, roten Augen, bei Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel, Fieber und bei eitrigen, entzündeten Hautausschlägen
  • sind antibakteriell, antiviral, antimykotisch, blutdrucksenkend, gefäßerweiternd, entzündungshemmend, vorbeugend bei Migräne.
  • Nicht trinken bei Qi-Mangel und Durchfall.

Bitte kauft Chrysanthemenblüten immer in der Apotheke eures Vertrauens und
nicht im Asia-Supermarkt, denn nur so besteht die Chance,
dass sie wirklich gut auf Schadstoffe geprüft sind.
In China werden die Blumen nämlich nicht nur gerne von den Menschen mit Pu Ehr-Tee getrunken,
sie werden auch sehr gerne von Käfern gefressen.
Das führt zum Einsatz von giftigen Pestiziden.

Zum Schluss noch ein Tipp:
Die Blüten sollten kühl und trocken aufbewahrt werden,
da sie sehr anfällig auf Schimmelbildung sind.